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Statt Kleiderspende afrikanische Geschäftemacherei

BeitragVerfasst: Di 02 Jun, 2009 0:50
von Ochsenkopf
Wer spendet nicht mal alte Kleidung in so eins der aufgestellten Container, in der irrigen Meinung, diese Spenden kämen - wie früher vor 20 Jahren noch (damals an die Caritas) notleidenden Menschen zugute? Eigentlich gedacht: für Arme hierzulande. Oder zumindest für Arme sonstwo. Oder zumindest bei WAMS in einheimische Second-Hand-Läden für Leute mit geringem Einkommen.

Aber nein, das ist jetzt durch menschliche Ratten ohne Ethik so ein richtiges Geschäft geworden, man verkauft die Sachen nach Afrika, und dort werden sie von WOHLHABENDEN Afrikaner gekauft. Wobei die Ratten Nr. 2, chinesische Geschäftemacher, auch noch gefälschte westliche Altkleider nachproduzieren, weil die chinesischen Produktionen einen miserablen Ruf haben. Offenbar ist das ein riesiger Markt. Man setzt noch eins drauf und macht ein eigenes Label (!) und täuscht mit dem Geld angebliche Hilfsprojekte vor. Aasgeier allesamt.

Also besser wegwerfen oder wirklich denen schenken, die es brauchen, z.B. in Asylheimen, Obdachlosenheimen, Pfarrämter usw. Oder selbst an Second-Hand-Laden verkaufen!
Ich ärgere mich jedenfalls grün und blau, fast neue Kleidung weggeschenkt zu haben im guten Glauben, denn ich hätte sie besser selbst verkauft. So kassiert die afrikanische Mafia durch meine Gutmütigkeit.


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http://derstandard.at/?url=/?id=1242317056994, aus: derStandard.at, Rubrik Panorama - Chronik, 1. Juni 2009:

"Altkleider-Sammlung. Wenn die Spende zur Ware wird."

" (...)Gewand zusammen schnüren, Klappe auf, in die Altkleiderbox werfen, Klappe zu. Als Bonus stellt sich ein positives Gefühl ein, damit etwas Gutes zu tun. Doch hilft das "Gewand aus dem Westen" wirklich immer ärmeren Menschen? Und freuen sich zum Beispiel AfrikanerInnen wirklich über ungeliebte Karottenjeans und muffige Pullover? Markus Hafner, Coelestine Engels und Christof Berthold sind nach Tansania gereist und haben das alte Gewand zurück importiert, um damit eine Gewandkollektion zu produzieren. Die Mode ist unter dem Label "MitumBACK" erhältlich und will die Geschichte von Globalisierung und unfairer Preispolitik erzählen.

Das Geschäft mit der Spende: Mitumba, so heißen in Tansania ausrangierte Textilien, die aus überquellenden europäischen Kleiderschränken in kommerzielle Altkleidercontainer wandern, um danach auf dem afrikanischen Markt verkauft zu werden. "Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre gab es eine Wirtschaftskrise in Tansania, da ist viel wirtschaftliche Kraft den Bach runter gegangen. Damals haben Altkleidersammlungen begonnen. Das hat inzwischen eine wirtschaftliche Größenordnung erreicht und allein 2005 circa eine Milliarde Dollar weltweit ausgemacht", sagt Hafner im Gespräch mit derStandard.at.

(...)MitumBACK hat ein kleines Atelier im ersten Wiener Gemeindebezirk, in dem die letzten Stücke der ersten Kollektion gelagert werden. Die Textilien haben unterschiedliche Qualität, einige sind in gutem Zustand, andere wirken bereits sehr abgetragen. Die Materialien erzählen die Geschichten ihrer TrägerInnen und ihrer Herkunft. Die Bekleidung aus Europa und den USA hat einen guten Ruf, sagt Hafner. "Das verändert sich jedoch mit den Importen von Billigprodukten aus China. Daher gibt es mittlerweile sogar gefälschte Altkleider aus China. Das soll bessere Qualität suggerieren", fügt der Medienkünstler hinzu.

Das zurückgekaufte Gewand lassen die Drei von fair bezahlten, afrikanischen Näherinnen mit handgefertigten Etiketten neu labeln. Auf dem Schild prangt ein "M" und das Emblem einer Rückspultaste. "Wir wollen die Richtung des globalisierten Prozesses umkehren", sagt Hafner. Aus der Ware wird die Spende und aus der Spende die Ware. Ziel der Aktion: Der/die TrägerIn kann Teil der Geschichte des Bekleidungsstücks werden. Denn Kommunikation funktioniert über Kleidung, auch abseits von flotten Sprüchen oder schrillen Designs. "Wir wollen die Flagship Stores persiflieren, daher auch der Ausdruck 'a label trans fair'", sagt Berthold.

Hafner, der Anthropologe Berthold und Engels, eine bildende Künstlerin, haben circa 120 Stücke nach Europa zurück geholt und zum Teil ihrer Kollektion gemacht. Der Gewinn wird als Spende und als Finanzierung der nächsten Reise nach Tansania verwendet, wo sie zum Beispiel in Schulen gehen und mit Kindern über Globalisierung sprechen. Wissen ist Macht: Das Gespräch mit den BewohnerInnen von Tansania soll ein erster kleiner Schritt sein, um emanzipatorische Strutkuren zu schaffen.

Es gebe schon eine konkrete Idee für eine Spende, sagt Engels: "Die 200 Kinder der Schule in Tansania, die wir besucht haben, hatten gemeinsam fünf Schulbücher." Die Unterrichtsmaterialien werden sie gleich direkt in Tansania kaufen und nicht in Österreich und verschicken.

(...)Engels, Berthold und Hafner haben die Erfahrung gemacht, dass die Altkleider nicht unbedingt Bedürftigen zu Gute kommen - falls sie überhaupt in den ärmeren Ländern in Afrika ankommen und nicht in einem Second Hand Geschäft in Europa landen. "Das Gewand ist in Wahrheit richtig teuer in einem Land wie Tansania. Wir haben einmal umgerechnet, dass ein T-Shirt bei uns um die 1400 Euro kosten würde", sagt Hafner. "(...)Die Label von MitumBACK werden per Hand gestickt und die Kollektion hat eine fixe Auflage. "Im Gegensatz zu multinationalen Konzernen haben wir es geschafft, die Näherinnen zu fragen, wie viel sie für ihre Arbeit bezahlt bekommen wollen. Die Konzerne halten die Leute an der kurzen Kette." Der Begriff "Trainsfair" stehe dafür, dass die Mitglieder von MitumBACK Respekt vor den Arbeiterinnen haben, sagt Hafner, denn "eine kleine Frage macht den großen Unterschied."

Die faire Preispolitik wird mit den KundInnen fortgesetzt. Bei der ersten Kollektion gab es drei Kategorien, die Leute konnten wählen, wie viel sie zahlen wollten. Der "unfaire Preis" ist mit Billigprodukten großer Kleiderketten zu vergleichen und bewegt sich zwischen drei bis fünf Euro für ein Shirt. Der Handelspreis liegt schon etwas höher und ist relativ fair. Der Luxus- und Markenpreis ist hoch und entspricht einer tatsächlich fairen Bezahlung. Das Fazit nach der ersten Kollektion fällt ernüchternd aus, wie Hafner erzählt: "Die KundInnen haben meist den Flohmarktpreis, oder knapp darüber bezahlt. Den Kollektionspreis hat keineR bezahlt." (Julia Schilly, derStandard.at, 1. Juni 2009)"

Re: Statt Kleiderspende afrikanische Geschäftemacherei

BeitragVerfasst: Di 02 Jun, 2009 9:06
von prinz eugen
Mir ist auch klar,was da läuft,aber ich bin auch froh,Altkleidung via bereitgestellte Container entsorgen zu können!

Re: Statt Kleiderspende afrikanische Geschäftemacherei

BeitragVerfasst: Di 02 Jun, 2009 9:22
von aalfänger
Ich finde es eine Sauerei, dass damit noch ein riesiges Geschäft gemacht wird. Wir geben Altkleider immer an eine uns nahestehende syrische Familie weiter. Die freut sich drüber und man kann auf direktem Weg etwas Gutes tun.

Re: Statt Kleiderspende afrikanische Geschäftemacherei

BeitragVerfasst: Di 02 Jun, 2009 9:24
von prinz eugen
ja stimmt,aber du hast Abnehmer,wir leider keine...Direkthilfe ist natürlich besser ,keine Frage!

Re: Statt Kleiderspende afrikanische Geschäftemacherei

BeitragVerfasst: Di 02 Jun, 2009 12:27
von Ochsenkopf
prinz eugen hat geschrieben:ja stimmt,aber du hast Abnehmer,wir leider keine...Direkthilfe ist natürlich besser ,keine Frage!


Ich denke mir, mit etwas Überlegung findet man Leute, die die Kleidung benötigen (Caritas, Asylanten, Obdachlose, Pfarren fragen) weil, verkaufen können wir sie auch selbst (Kleinanzeigen, selbst zum Second-Hand-Laden bringen usw.). Notfall kann man das Geld ja dann spenden.

Ich persönlich mag es überhaupt nicht, dass Dinge, die ich an arme Leute verschenke, dazu dienen, andere Gfrasta zu bereichern, statt an Arme zu gehen.

Re: Statt Kleiderspende afrikanische Geschäftemacherei

BeitragVerfasst: Fr 26 Jun, 2009 0:41
von Norbach
Wer hat eigentlich das Recht solche Container aufzustellen? Gibt es dazu eine Reglung. Oder verkaufen die Hilfsorganisationen die die Container aufstellen die gesammelte Kleidung an Geschäftemacher weiter?

Bei uns werden die Container vom Hilfswerk geleert. Vielleicht wär es eine gute Idee, wenn die Container gekennzeichnet werden müssen wer nun was von meiner Spende hat.

Re: Statt Kleiderspende afrikanische Geschäftemacherei

BeitragVerfasst: Fr 26 Jun, 2009 6:56
von Sunnygirl
prinz eugen hat geschrieben:ja stimmt,aber du hast Abnehmer,wir leider keine...Direkthilfe ist natürlich besser ,keine Frage!


Mit Direkthilfe habe ich so meine liebe Erfahrung gemacht. Das braucht man erst gar nicht versuchen. Ausgenommen vielleicht einige wenige, ich will ja nicht verallgemeinern.
Beste, fast neue Bekleidung, in einer Grösse die sehr gängig ist, kannst schon abgeben, aber du findest sie spätestens am nächsten Tag im Müllcontainer. Ganz speziell bei Kinderbekleidung. Hier ist das Neueste gerade noch gut genug.
Da werfe ich alles lieber in die aufgestellten Container, egal, wo dies landet.


Re: Statt Kleiderspende afrikanische Geschäftemacherei

BeitragVerfasst: Fr 26 Jun, 2009 12:33
von Ochsenkopf
Sunnygirl hat geschrieben:
prinz eugen hat geschrieben:ja stimmt,aber du hast Abnehmer,wir leider keine...Direkthilfe ist natürlich besser ,keine Frage!


Mit Direkthilfe habe ich so meine liebe Erfahrung gemacht. Das braucht man erst gar nicht versuchen. Ausgenommen vielleicht einige wenige, ich will ja nicht verallgemeinern.
Beste, fast neue Bekleidung, in einer Grösse die sehr gängig ist, kannst schon abgeben, aber du findest sie spätestens am nächsten Tag im Müllcontainer. Ganz speziell bei Kinderbekleidung. Hier ist das Neueste gerade noch gut genug.
Da werfe ich alles lieber in die aufgestellten Container, egal, wo dies landet.



Irgendwie ist alles unorganisiert.
Da gibt es viele Menschen im Land, auch Mütter und Kinder, die nichts haben.
Und da gibt es Kleidung, aber sie kommt nicht zu den Bedürftigen in Österreich, und kostenlos, sondern landet im Müll.
Vermutlich, weil unsere Kleidung in afrikanischen Boutiqen landet, und dort kauft man keine Babysachen...