Zel hat geschrieben:Christopher hat geschrieben:
Oh....
Nunja, wenn du schon fragst:
Ich denke dass diese Menschen deshalb eine gewisse Affinität haben zur Rechten Seite gezogen zu werden, weil sie auch die schmutzige Seite dieses schönen Landes kennen und daher wohl stärker prädestiniert sind nach einer strammen Regierung zu streben.
Und natürlich glaube ich auch dass es eine Rolle spielt, dass sie wissen wer oft mit dem Gesetz in berührung kommt.
Das geht aber von dem Trugschluss aus, dass sich die politischen Einstellungen dieser Menschen erst während ihrer Dienstzeit etablieren. Nur ist die Prägephase für politische Ideologien meist weit vorher anzusetzen, nämlich während der Kindheit/Jugendzeit und teilweise noch während der Studienzeit. Ein wirkliches Umdenken oder Ausbrechen aus den Einstellungen aus den Denkschemen die während dieser Zeit geprägt wurden ist äußerst selten und das ist sogar relativ unabhängig vom Bildungsgrad. Was durchaus vorkommen mag ist, dass jemand der eine moderat negative Einstellung hat sich durch die Arbeit darin bestätigt fühlt und sich radikalisiert, aber dass jemand sich um 180° dreht, das ist wie gesagt wirklich die absolute Ausnahme.
Und, dass in der Judikatur gewisse Soziokulturelle Teilaspekte der Gesellschaft stärker vertreten sind als andere ist nicht so weit hergeholt, da sich tendenziell die Karrieren der Eltern bei vielen Kindern replizieren. Kinder deren Eltern Anwälte oder Richter sind, haben eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit den Juristenberuf einzuschlagen als Kinder anderer Eltern und sie können dabei in der Regel auf die Netzwerke ihrer Eltern zurückgreifen (und es ist nun mal Tatsache, dass es bis heute nachklingt, dass es bis in die 70er ein kleiner Kreis an meist Sprößlingen der akademischen Elite war, die selbst studiert haben). Und gerade die Subkultur der Burschenschaften ist relativ stark besetzt mit Männern die juristische bzw. verwaltungsjuristische Karrieren anstreben und darin auch von ihren Bundes- und Farbenbrüdern unterstützt werden - noch dazu kommt da oft auch ein dementsprechendes Elternhaus - also ein doppeltes Netzwerk. Also gerade in juristischen Kreisen und auch in den Richterämtern wirst du einen überproportionalen Anteil an Burschenschaftern finden - die auch darauf schauen, dass es aus den aktiven Studenten Nachwuchs gibt, die es in diese Ämter ebenfalls schaffen.
Ich war in meiner Kindheit bzw. Jugendzeit eher so ein Typ wie Asterix und Observer, erst das weitere Leben und vor allem Berufsleben hat mich verändert. Man kann eben nicht das ganze Leben lang in einer Traumwelt leben, das verkennen die meisten (Lebens)Langzeitstudenten.
