Guten Tag,
Seit ein paar Wochen erst interessiere ich mich scheinbar immer mehr für Menschenrechte. Ich habe begonnen einfach alles zu lesen. Ich lese jeden Tag so gute 2 Stunden erstmal nur Nachrichten und dann versuche ich einen Sachverhalt zu verstehen. Die Frage ist, warum war es mir vorher so egal? Ich meine ich wusste von Afrika nur sehr wenige Dinge. Wurde mal mit einem Lineal Linien durch ethnische Gruppen gezogen. Hier und da scheint irgendwo Bürgerkrieg zu sein und alles ist am hungern. Das wusste ich über Afrika und das finde ich äußerst erschreckend. Ich habe ein Abitur abgelegt und wusste praktisch nichts. Befragungen in eigener Sache haben ergeben, kaum einer aus meiner Altersschicht wusste irgendetwas über Afrika. Mitlerweile hoffe ich das ich recht gut im Bilde bin über die Geschehnisse und die Missstände. Doch warum ist es den Menschen egal. Jeder kann man sein Gewissen erleichtern mit einer Spende, doch weiterhin ist es ihnen egal. Wir sehen oft ein Kind da kauernd auf Steppenboden mit einem Blechbecher in der Hand, das Kind ist total abgemagert und sieht mit den großen weißen Augen in die Kamera. Dann wissen wir, jetzt spenden wir etwas und dann ist wieder gut. Was soll man sonst auch machen werden sich viele fragen. Das ist halt so. Da kann man nichts machen. Wenn ich jemanden befrage, wie man das nun mit den Somali regeln sollte. Oder mit den Hutu Tutsi und Twa, dann weiß schon wieder kaum jemand wovon ich rede. Viel wichtiger ist es ja, was Frau Käßmann über den Afghanistaneinsatz denkt. Es besteht eine fatale Lücke meiner Ansicht nach in der Informationspolitik der BRD. Alles hat damit begonnen, dass ich über den Tellerrand began hinauszusehen und begriffe habe, was für eine Verantwortung ich habe. Das ich es nicht verantworten kann das Menschen leiden. Um ein Kind in Kenia mit Trinkwasser zu versorgen bedarf es 20 €. Das ist nun wirklich kein Betrag wo man eine Argumentation führen müsste. Doch warum wissen wir so wenig? Warum ist es allen so egal. Hagen Rether hat es sehr schön ausgedrückt, dass es uns wichtiger ist, dass uns keiner beim Fahren ohne Gurt erwischt.
Ich denke nun schon seit längerem auch nach, was an der Informationspolitik geändert werden müsste. Ich persönlich denke, es muss weg von dem Gedanken, da kann ich nur etwas mit spenden verändern. Geld verändert da wenig bis gar nicht. Es ist für mich nur eine Erlaubnis das diese Menschen dort am verhungern sind, denn die Länder geben ihnen ja Geld. Das ist wie wenn ich nie den Abwasch machen würde. Ich müsste mir ständig neue Teller kaufen und immer mehr Fliegen würden in meiner Wohnung sein. So ist es doch auch in Afrika. Wir geben ihnen Geld damit sie nochmal einen Tag länger überleben können und langsam kommen sie nach Europa weil sie in Afrika nicht überleben können. Nicht das ich sie nicht hier haben wollte. Im Gegenteil umso mehr andere Kulturen nach Europa kommen desto hilfreicher kann es ja nur sein, aber auch ihre Heimat muss ebenso lebenswert werden. Lösungen dafür zu finden, dazu bin ich nicht in der Lage ich hoffe es gibt Genies in der Welt dadraußen die es können. Aber zu vor muss der Welt klargemacht werden, welche Krisenherde dieser Welt es gibt. Die Informationspolitk muss verändert werden. Oder liegt es einfach nur an mir?
Meine Hoffnung ist ja, dass ich dieses Problem alleine hatte und nur die falschen Leute befragt habe und das doch die Informationspolitk greift.
Mit hoffnungsvollen Grüßen Temotshin.
