Krise verschärft Cyber-Angriffe
Meldungen von Softwarehäusern, die Virenscanner herstellen, sollte man nicht jede Horrorstory abkaufen. Doch mittlerweile dürfte dem Besonnensten klar werden: Die Bösewichte im Cyberspace verschärfen die Gangart.
Einerseits ist eine enorme Zunahme von Schadprogrammen festzustellen. Neue Viren, Würmer, Trojanische Pferde oder Backdoor-Scripts bombardieren PCs nahezu im Minutentakt, berichtet G Data, ein deutscher Schutzprogramm-Produzent. Dabei richten sich 99,2 Prozent der Schadprogramme gegen Windows-Betriebssysteme. Infektionswege und Betrugsmaschen werden immer ausgefeilter. Künftig, so rechnen Experten, werde der Virendruck insbesondere auf Web 2.0-Anwendungen – Sozialnetzwerke und Blogs – steigen.
Andererseits agieren Cyber-Kriminelle auf der Phishing-Schiene immer dreister. Wie US-Betrugsfahnder aufzeigen, reagieren die Internet-Betrüger auf die Wirtschaftskrise und adaptieren ihre manipulierten Web-Sites und Phishing-Mails entsprechend. Sie geben sich als Banken oder Immobilienhändler aus und versuchen Private, aber auch Firmen auszuhorchen. Zwei Ziele verfolgen sie: das Ausspionieren von Bankverbindungsdaten, um Geld abzuheben, oder den Diebstahl persönlicher Daten, um sie als Identitäten zu kaufen.
Zwar bestätigt das FBI den Anstieg von Internet-Betrugsfällen, aber fürchten muss man sich dennoch nicht. Wer gegenüber E-Mails von Unbekannten jene Skepsis hegt, die man auch im realen Geschäftskontakt anwenden würde, kann nicht so leicht über die Tastatur gezogen werden.
http://www.nachrichten.at/ratgeber/digital/Kommentar;art122,104587
