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Gibt es ĂŒberhaupt Demokratie?

Ist der Staat noch zeitgemĂ€ĂŸ ?

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Beitragvon nevermind » Mi 26 Sep, 2007 10:22

Irgendwie bleibt das DemokratieverstÀndnis der meisten hier im Forum, am formalistischen Akt der Abstimmung aufzuhören.
Könnte sich jemand vorstellen, dass Demokratie der Zustand ist, der durch Abstimmung herbeigefĂŒhrt werden soll? Das Demokratie ein "materieller" und nicht nur ein gefĂŒhlter Zustand ist? NĂ€mlich der Zustand, dass das Volk ĂŒber den Reichtum und die Zukunft der Gesellschaft entscheiden kann?
Das Ergebnis einer formalistisch demokratisch durchgefĂŒhrten Wahl kann auch sehr undemokratisch sein. Gerade wir deutsche sollten wissen, dass man keine Demokratie erlangt, auch wenn viele Leute die Nazis gewĂ€hlt haben.
In einer Gesellschaft, in der wir den Gesetzen des Marktes ausgesetzt sind und der gesellschaftliche Reichtum in Besitz einiger hundert ist, wie kann man da ĂŒberhaupt davon ausgehen, dass das Volk herrscht?
Dies scheint paradox und der alltĂ€glichen Beobachtung widersprechenend. Es ist ebenso paradox, dass die Erde um die Sonne kreist und dass Wasser aus zwei Ă€ußerst leicht entflammenden Gasen besteht. Wissenschaftliche Wahrheit ist immer paradox vom Standpunkt der alltĂ€glichen Erfahrung, die nur den tĂ€uschenden Schein der Dinge wahrnimmt.
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Re: Gibt es ĂŒberhaupt Demokratie?

Beitragvon Harrypotter » Mi 26 Sep, 2007 12:50

Zazaistanic hat geschrieben:Sind wir eher in einer Diktatur des Kapitalismus als in einer Demokratie?


Eine Demokratie, als Ideale AusfĂŒhrung der Idee, wird es nie geben können.
Die FunktionstrÀger, werden immer wieder der Versuchung der Macht erliegen, da sie Menschen sind.

Damit die VerhÀltnisse, annÀhernd ideal sind, brauchen wir Menschen, mit einer hohen Ethik.

Meine Meinung nach, kann nur noch die Bahai Religion, solche Menschen in grossen Zahlen, hervor bringen.
Die alten Religionen, haben ihre Kraft eingebĂŒsst, und sind dazu nicht ( Mehr ) in der Lage.

Ohne Gott und Religion, sind nur ein Bruchteil der Menschen in der Lage, moralisch hohe MaßstĂ€be zu genĂŒgen.

Bis wir diesen Idealzustand haben werden, gibt es keine bessere Idee, als die Demokratie.
Ihr seid die FrĂŒchte eines Baumes, und die BlĂ€tter eines Zweiges.
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Beitragvon nevermind » Do 27 Sep, 2007 22:35

Damit die VerhÀltnisse, annÀhernd ideal sind, brauchen wir Menschen, mit einer hohen Ethik.

Meine Meinung nach, kann nur noch die Bahai Religion, solche Menschen in grossen Zahlen, hervor bringen.
Die alten Religionen, haben ihre Kraft eingebĂŒsst, und sind dazu nicht ( Mehr ) in der Lage.


Die moralischste aller Religion sollten dann doch die Pastafaris sein. Die AnhÀnger des fliegenden Spagetthimonsters, sind wissenschaftlich und ihrer Religion hat noch nie irgend ein Unheil angerichtet!
Dies scheint paradox und der alltĂ€glichen Beobachtung widersprechenend. Es ist ebenso paradox, dass die Erde um die Sonne kreist und dass Wasser aus zwei Ă€ußerst leicht entflammenden Gasen besteht. Wissenschaftliche Wahrheit ist immer paradox vom Standpunkt der alltĂ€glichen Erfahrung, die nur den tĂ€uschenden Schein der Dinge wahrnimmt.
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GrĂŒĂŸ Gott

Beitragvon Maxvorstadt » Mo 01 Okt, 2007 12:41

nevermind hat geschrieben: In einer Gesellschaft, in der wir den Gesetzen des Marktes ausgesetzt sind und der gesellschaftliche Reichtum in Besitz einiger hundert ist, wie kann man da ĂŒberhaupt davon ausgehen, dass das Volk herrscht?


Volksherrschaft kann nur eine FormalitĂ€t sein. Genauso ist es beim Mehrheitsprinzip. Eine freie Gesellschaft muß GrundsĂ€tze haben, die sich an den allgemeinen Menschenrechten orientieren. Ein Volk besteht immer aus unterschiedlichen Interessen. In einer Demokratie kann man immer nur einen grĂ¶ĂŸtmöglichen gemeinsamen Nenner finden.

Die Gesetze des Marktes unterliegen vor allem dem Konsumverhalten. Deshalb wirst du auch keine nichtdemokratische Gesellschaft finden, die langfristig einen Wohlstand erwirtschaftet. Ohne Meinungsfreiheit und die Unverletzbarkeit des Individuums wird auch kein Reichtum entstehen, der breit gestreut ist. Eine kleine Gruppe von Reichen und eine große Gruppe von Armen ist ein untrĂŒgliches Kennzeichen von einem undemokratischen System. Und bei uns findet die Armut auf einem sehr hohen Niveau statt. Noch.

Ich kenne LÀnder, in denen das VerhÀltnis vollkommen verschoben ist. Wo gehungert wird, da herrscht auch immer Unfreiheit.

GrĂŒĂŸe aus MĂŒnchen

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Re: GrĂŒĂŸ Gott

Beitragvon GuterLotsch » Mo 01 Okt, 2007 14:02

Maxvorstadt hat geschrieben:Volksherrschaft kann nur eine FormalitĂ€t sein. Genauso ist es beim Mehrheitsprinzip. Eine freie Gesellschaft muß GrundsĂ€tze haben, die sich an den allgemeinen Menschenrechten orientieren. Ein Volk besteht immer aus unterschiedlichen Interessen. In einer Demokratie kann man immer nur einen grĂ¶ĂŸtmöglichen gemeinsamen Nenner finden.

Die Gesetze des Marktes unterliegen vor allem dem Konsumverhalten. Deshalb wirst du auch keine nichtdemokratische Gesellschaft finden, die langfristig einen Wohlstand erwirtschaftet. Ohne Meinungsfreiheit und die Unverletzbarkeit des Individuums wird auch kein Reichtum entstehen, der breit gestreut ist. Eine kleine Gruppe von Reichen und eine große Gruppe von Armen ist ein untrĂŒgliches Kennzeichen von einem undemokratischen System. Und bei uns findet die Armut auf einem sehr hohen Niveau statt. Noch.

Ich kenne LÀnder, in denen das VerhÀltnis vollkommen verschoben ist. Wo gehungert wird, da herrscht auch immer Unfreiheit.

GrĂŒĂŸe aus MĂŒnchen

Maxvorstadt :sheep


Na, na, na.

Maxvorstadt'l oida, du mochst as da do fĂŒh zu a'foch.

Du vergisst komplett den Wert.

Da Wert, wann i's nur ausheut da Wert.
Ich bin ein liberaler Lutscher und Gutmensch aus ĂŒberzeugung. (Diese Titulierungen wurden mir von der rechts- sowie linksĂ€usseren Intelligenz verliehen).
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Beitragvon Beobachter » Di 02 Okt, 2007 15:04

Die GĂŒte eines Staates kann nicht bewertet werden nach der kulturellen Höhe oder der Machtbedeutung dieses Staates im Rahmen der ĂŒbrigen Welt, sondern ausschließlich nur nach dem Grade der GĂŒte dieser Einrichtung fĂŒr das jeweils in Frage kommende Volkstum.

Ein Staat kann als mustergĂŒltig bezeichnet werden, wenn er den Lebensbedingungen eines durch ihn zu vertretenden Volkstums nicht nur entspricht, sondern dieses Volkstum gerade durch seine eigene Existenz praktisch am Leben er-hĂ€lt – ganz gleich, welche allgemein kulturelle Bedeutung diesem staatlichen Gebilde im Rahmen der ĂŒbrigen Welt zukommt.


So ist die Voraussetzung zum Bestehen eines höheren Menschentums nicht der Staat, sondern das Volkstum, das hierzu befÀhigt ist.


Solange der Staat nicht dem Volkstum dient - ist er nutzlos. :wink:
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Re: GrĂŒĂŸ Gott

Beitragvon Harrypotter » Mi 03 Okt, 2007 9:21

Maxvorstadt hat geschrieben:
Ich kenne LÀnder, in denen das VerhÀltnis vollkommen verschoben ist. Wo gehungert wird, da herrscht auch immer Unfreiheit.

GrĂŒĂŸe aus MĂŒnchen

Maxvorstadt :sheep

Hallo Maxvorstadt,
Deinem Beitrag Stimme ich zu.
Als ich 1964 Iran verließ, hingen in Deutschen Kirchen Plakate mit dem Text, Iran hungert.
Um diese extremen Unterschiede zu nivelieren, hat Bahaullah 1817-1892
Das Gebot erlassen, Reichtum nach oben zu begrenzen.
Genau so "Armut".
Die Entwicklung, die du beschreibst, wird uns Mittelfristig, in eine Katastrophe fĂŒhren.
Liebe GrĂŒsse.
Ihr seid die FrĂŒchte eines Baumes, und die BlĂ€tter eines Zweiges.
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Beitragvon nevermind » So 07 Okt, 2007 18:53

Immer mehr Menschen sind von der Politik frustriert, weil sich Politiker nicht an ihre Wahlversprechen halten, bzw. den offenkundigen Willen der Mehrheit missachten.

Möglich wird dies durch die Vorschrift, dass Abgeordnete einzig ihrem Gewissen unterworfen sind.
WĂ€re es nicht ein Schritt zu mehr Demokratie die Abgeordneten an den Willen der Parteimehrheit zu binden anstatt an ihr Gewissen?

Ich halte das Gewissen nicht fĂŒr eine Instanz die uns vor schlimmen Folgen bewahrt. In der Nazi-Diktatur konnte man miterleben, was Menschen alles mit ihrem Gewissen vereinbaren können.

WĂ€re es deshalb nicht sinnvoller den Politikern keine Wahl zu lassen und sie an den Willen der Mehrheit zu binden.

Sicherlich kann sich die Mehrheit auch irren, aber dieser Einwand kann nicht gelten, da er jede Abstimmung sinnlos machen wĂŒrde.
Da es in unserer Gesellschaft keinen Konsens darĂŒber geben dĂŒrfte welche wissenschaftliche Instanz, auch ohne die Zustimmung des Volkes, fĂŒr eine Volksherrschaft sorgen könnte, muss der Wille der Menschen als Leitfaden herhalten.
Dies scheint paradox und der alltĂ€glichen Beobachtung widersprechenend. Es ist ebenso paradox, dass die Erde um die Sonne kreist und dass Wasser aus zwei Ă€ußerst leicht entflammenden Gasen besteht. Wissenschaftliche Wahrheit ist immer paradox vom Standpunkt der alltĂ€glichen Erfahrung, die nur den tĂ€uschenden Schein der Dinge wahrnimmt.
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Es gibt auf der Welt 80 Demokratien und 120 Diktaturen

Beitragvon oberhaenslir » Fr 19 Sep, 2008 21:12

.

Zazaistanic hat geschrieben:Demokratie bedeutet Volksherrschaft und die Mitbestimmung des Volkes an dem Staat. Doch, wo gibt es bitte in Europa Demokratie? ...


Es gibt auf der Welt 80 Demokratien und 120 Diktaturen.

.
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Beitragvon aceace1 » Do 16 Okt, 2008 11:10

http://de.wikipedia.org/wiki/Repr%C3%A4 ... Demokratie
"In der ReprĂ€sentativen Demokratie werden politische Sachentscheidungen im Gegensatz zur direkten Demokratie nicht durch das Volk selbst, sondern ausschließlich durch Volksvertreter getroffen. Die Volksvertreter können gewĂ€hlt oder durch Los ins Amt berufen werden. Sie entscheiden eigenverantwortlich und ohne Eingriffsmöglichkeit durch das Volk."

http://de.wikipedia.org/wiki/Sachwalterrecht
"Wenn ein VolljĂ€hriger mit einer geistigen Behinderung oder psychischen Krankheit nicht in der Lage ist, bestimmte Angelegenheiten fĂŒr sich selbst zu erledigen, ohne dabei Gefahr zu laufen, benachteiligt zu werden, wird ein Sachwalter bestellt"

Wenn man sich diese zwei Definitionen ansieht, dann habe ich das GefĂŒhl, daß ich im Regelfall politisch jetzt wieder 5 Jahre lang "Besachwaltet" werde! Ist das Gedanke der Demokratie gewesen? Ich glaube nicht!

http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie
"ZunĂ€chst bezeichnete Demokratie (gr. Δημοκρατία, von δήμος [dĂ©mos], „Volk“, und κρατία [kratĂ­a], „Herrschaft“) im antiken Griechenland die direkte Volksherrschaft"
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